EPA-, HEPA- und ULPA-Filter: Klassen, Wirkung und Unterschiede
EPA-, HEPA- und ULPA-Filter sind Schwebstofffilter, die nach ihrer Abscheideleistung am jeweils ungünstigsten Partikelgrößenbereich klassifiziert werden. E10 bis E12 gehören zur EPA-Gruppe, H13 und H14 zur HEPA-Gruppe und U15 bis U17 zur ULPA-Gruppe. Eine höhere Klasse bedeutet eine geringere Partikelpenetration des Filterelements – aber nicht automatisch einen besseren Luftreiniger für den Wohnraum.
Das Wichtigste in Kürze
Die Filterklassen werden nach DIN EN 1822 anhand der MPPS bewertet – jener Partikelgröße, die den Filter am leichtesten durchdringt. Für ein vollständiges Luftreinigungsgerät zählen zusätzlich Luftdurchsatz, Filterabdichtung, Ventilatorleistung und Betriebsdauer. Deshalb kann ein gut abgestimmtes Gerät mit E12 oder H13 im Alltag wirksamer sein als ein schlecht ausgelegtes Gerät mit einer nominell höheren Filterklasse.
EPA E10–E12
Hochleistungs-Partikelfilter mit einem integralen Mindestabscheidegrad von 85 bis 99,5 % an der MPPS.
HEPA H13–H14
Schwebstofffilter mit mindestens 99,95 beziehungsweise 99,995 % integralem Abscheidegrad an der MPPS.
ULPA U15–U17
Filter für besonders anspruchsvolle Reinluftanwendungen mit nochmals geringerer zulässiger Penetration.

Inhaltsverzeichnis
Was sind EPA-, HEPA- und ULPA-Filter?
EPA, HEPA und ULPA bezeichnen drei Gruppen hocheffizienter Partikelfilter, die luftgetragene feste und flüssige Partikel aus einem Luftstrom abscheiden. Die Gruppen unterscheiden sich vor allem durch die zulässige Penetration an der MPPS und durch die Anforderungen an die Prüfung des Filterelements.
Begriffe
EPA steht für Efficient Particulate Air, HEPA für High Efficiency Particulate Air und ULPA für Ultra Low Penetration Air. Nach DIN EN 1822 gehören E10 bis E12 zur EPA-Gruppe, H13 bis H14 zur HEPA-Gruppe und U15 bis U17 zur ULPA-Gruppe.
Im Alltag wird „HEPA“ häufig als Sammelbegriff für sehr leistungsfähige Partikelfilter verwendet. Technisch ist die Bezeichnung jedoch enger: Ein Filter der Klasse E12 ist ein EPA-Filter, während erst H13 und H14 zur HEPA-Gruppe gehören. Angaben wie „HEPA-Type“, „HEPA-like“ oder „HEPA-Style“ nennen dagegen keine eindeutig geprüfte Klasse nach DIN EN 1822.
Wie scheiden EPA-, HEPA- und ULPA-Filter Partikel ab?
EPA-, HEPA- und ULPA-Filter arbeiten nicht wie ein einfaches Sieb. In ihrem dichten Faservlies werden Partikel durch mehrere physikalische Mechanismen abgeschieden. Welcher Mechanismus überwiegt, hängt vor allem von der Partikelgröße, der Luftgeschwindigkeit und dem Aufbau des Filtermediums ab.
- Interzeption
Partikel folgen dem Luftstrom, streifen eine Filterfaser und bleiben an ihrer Oberfläche haften.
- Impaktion
Größere Partikel können einer abrupten Richtungsänderung des Luftstroms nicht folgen und prallen aufgrund ihrer Trägheit auf eine Faser.
- Diffusion
Sehr kleine Partikel bewegen sich infolge der Brownschen Bewegung unregelmäßig und treffen dadurch häufiger auf Filterfasern.
Die Mechanismen wirken gleichzeitig: Größere Partikel werden vor allem durch Interzeption und Impaktion erfasst, während bei sehr kleinen Partikeln die Diffusion an Bedeutung gewinnt. Dazwischen liegt die MPPS – der Partikelgrößenbereich, in dem das Filtermedium seine geringste Abscheideleistung erreicht.
Was bedeutet MPPS und wie werden die Filter geprüft?
MPPS steht für „Most Penetrating Particle Size“ und bezeichnet den Partikelgrößenbereich, in dem ein konkretes Filtermedium seine niedrigste Abscheideleistung zeigt. Der genaue Wert ist nicht für jeden Filter identisch; je nach Medium, Luftgeschwindigkeit und Konstruktion liegt er typischerweise ungefähr zwischen 0,1 und 0,3 µm.
Warum wird an der MPPS geprüft?
Wenn ein Filter die geforderte Mindestleistung am schwierigsten abzuscheidenden Partikelgrößenbereich erreicht, ist seine Abscheidung bei vielen kleineren und größeren Partikeln mindestens ebenso hoch. Die Klassifizierung bezieht sich deshalb nicht pauschal auf „Partikel ab 0,3 µm“, sondern auf die für das jeweilige Filtermedium ermittelte MPPS.
Welche Norm gilt in Deutschland?
Die Klassifikation, Leistungsprüfung und Kennzeichnung von EPA-, HEPA- und ULPA-Filtern wird in Deutschland durch DIN EN 1822-1:2019-10 beschrieben. Die Prüfmethoden der früheren Teile 2 bis 5 sind heute in den entsprechenden Teilen der Reihe EN ISO 29463 geregelt.
Für EPA-Filter der Klassen E10 bis E12 ist der integrale Abscheidegrad maßgeblich. Bei HEPA- und ULPA-Filtern werden zusätzlich lokale Werte beziehungsweise Leckagen des einzelnen Filterelements betrachtet. Eine Klassenangabe beschreibt daher mehr als nur einen Durchschnittswert des Filtermediums.
Filterklassen E10 bis U17 im Vergleich
Je höher die Klasse, desto geringer ist die maximal zulässige integrale Penetration an der MPPS. Die folgende Tabelle zeigt die Mindestwerte der Klassifikation nach DIN EN 1822.
| Filtergruppe | Klasse | Minimaler integraler Abscheidegrad an der MPPS | Maximale integrale Penetration |
|---|---|---|---|
| EPA | E10 | ≥ 85 % | ≤ 15 % |
| EPA | E11 | ≥ 95 % | ≤ 5 % |
| EPA | E12 | ≥ 99,5 % | ≤ 0,5 % |
| HEPA | H13 | ≥ 99,95 % | ≤ 0,05 % |
| HEPA | H14 | ≥ 99,995 % | ≤ 0,005 % |
| ULPA | U15 | ≥ 99,9995 % | ≤ 0,0005 % |
| ULPA | U16 | ≥ 99,99995 % | ≤ 0,00005 % |
| ULPA | U17 | ≥ 99,999995 % | ≤ 0,000005 % |
Die Prozentwerte wirken ähnlich, doch die zulässige Penetration sinkt von Klasse zu Klasse deutlich. Bei H13 dürfen integral höchstens 0,05 % der MPPS-Partikel passieren, bei H14 höchstens 0,005 %. Trotzdem lässt sich aus dieser Zahl allein nicht ableiten, wie schnell ein Luftreiniger einen Raum tatsächlich reinigt.
E12, H13 oder H14 – welche Filterklasse ist im Luftreiniger sinnvoll?
Für einen Luftreiniger im Wohnraum ist nicht automatisch die höchste Filterklasse die beste Wahl. E12, H13 und H14 können je nach Gerätekonstruktion sinnvoll sein. Entscheidend ist das Verhältnis aus Abscheidegrad, Luftdurchsatz, Abdichtung, Geräusch und Betriebskosten.
| Klasse | Technische Stärke | Praktische Einordnung | Worauf zusätzlich achten? |
|---|---|---|---|
| EPA E12 | Sehr hoher integraler Abscheidegrad | Kann in einem gut abgedichteten Gerät eine praxisgerechte Lösung mit hohem Luftdurchsatz sein. | CADR, Abdichtung und genaue Herstellerangabe zur Filterklasse. |
| HEPA H13 | Höherer Mindestabscheidegrad als E12 | Häufige Lösung für leistungsfähige Haushalts- und professionelle Luftreiniger. | Luftleistung bei eingesetztem Filter, Lautstärke und Ersatzfilterkosten. |
| HEPA H14 | Noch geringere zulässige Penetration | Sinnvoll, wenn das gesamte Gerät konstruktiv auf den Filter und den möglichen Druckverlust abgestimmt ist. | Realer CADR, Energiebedarf, Geräusch und geprüfte Dichtheit des Systems. |
Wie hängen Filterklasse, Luftwiderstand und CADR zusammen?
Ein höherer Abscheidegrad kann bei vergleichbarer Filterkonstruktion mit einem höheren Druckverlust verbunden sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder H14-Filter automatisch mehr Widerstand erzeugt als jeder H13- oder E12-Filter. Filterfläche, Fasermaterial, Faltentiefe, Luftgeschwindigkeit und Ventilatorauslegung beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.
Für mobile Luftreiniger ist deshalb der CADR wichtig: Er beschreibt die bereitgestellte Menge gereinigter Luft pro Zeit. Ein Filter mit sehr hoher Einzelpassage-Effizienz bringt im Raum wenig, wenn der Luftstrom zu niedrig ist oder ungefilterte Luft an schlecht abgedichteten Filterrändern vorbeiströmt.
Passenden Luftreiniger auswählen
Welche Rolle neben der Filterklasse auch Raumgröße, CADR, Aktivkohle, Lautstärke und Ersatzfilterkosten spielen, erklären wir im Ratgeber Luftreiniger mit HEPA-Filter richtig auswählen .
Sind ULPA-Filter für Wohnräume sinnvoll?
ULPA-Filter sind für typische mobile Luftreiniger im Wohnraum meist nicht erforderlich. Ihre sehr geringe zulässige Penetration ist vor allem in kontrollierten technischen Umgebungen relevant, in denen selbst kleinste Partikelmengen Prozesse, Produkte oder Reinraumklassen beeinflussen können.

In einem Reinraum wird der gesamte Luftstrom kontrolliert geführt, gefiltert und überwacht. Ein mobiler Haushaltsluftreiniger arbeitet dagegen in einem Raum, in dem ständig neue Partikel entstehen oder von außen eingetragen werden. Dort sind ein ausreichender Luftwechsel, eine gute Luftverteilung und der reale CADR häufig wichtiger als der Sprung von H14 zu U15.
Filtern HEPA-Filter Viren aus der Luft?
HEPA-Filter können virushaltige Aerosolpartikel aus dem Luftstrom abscheiden, obwohl einzelne Viren kleiner als die oft genannte Partikelgröße von 0,3 µm sein können. Entscheidend ist, dass Filter nicht wie ein starres Sieb arbeiten und Viren in der Raumluft überwiegend in Tröpfchen und Aerosolpartikeln transportiert werden.
Die Filtration bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die im Filter abgeschiedenen Mikroorganismen inaktiviert werden. Außerdem ersetzt ein Luftreiniger keine Frischluftzufuhr: Er kann Partikel im Umluftbetrieb reduzieren, führt aber weder Kohlendioxid noch überschüssige Feuchtigkeit aus dem Raum ab.
Wo werden EPA-, HEPA- und ULPA-Filter eingesetzt?
Der passende Einsatzbereich hängt von der geforderten Luftreinheit und vom Gesamtsystem ab. Haushaltsgeräte, Lüftungsanlagen, Reinräume und Industrieprozesse stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Filterprüfung, Abdichtung, Volumenstrom und Wartung.
Wohnbereich und Haushaltsgeräte
EPA- und HEPA-Filter finden sich unter anderem in Luftreinigern und Staubsaugern. Wichtig ist, dass die Filterklasse zum Luftstrom und zur Dichtheit des gesamten Geräts passt.
Gesundheitswesen und Labore
HEPA-Filter werden in Lüftungs- und Umluftsystemen eingesetzt, wenn die Konzentration luftgetragener Partikel besonders zuverlässig kontrolliert werden muss.
Reinraum und Hightech-Industrie
ULPA-Filter kommen vor allem in der Mikroelektronik, Pharmaindustrie und weiteren kontrollierten Prozessen mit sehr hohen Reinheitsanforderungen zum Einsatz.
Wie lange halten EPA- und HEPA-Filter?
Für die Lebensdauer eines Partikelfilters gibt es keinen universellen Zeitraum. Sie hängt unter anderem von Filterfläche, Partikelbelastung, täglicher Laufzeit, Vorfilterpflege, Luftdurchsatz und der Konstruktion des Geräts ab.
- Beachten Sie das Wechselintervall und die Wartungshinweise des Geräteherstellers.
- Reinigen Sie den Vorfilter entsprechend der Bedienungsanleitung, damit grobe Partikel den Hauptfilter nicht unnötig belasten.
- Waschen Sie einen EPA- oder HEPA-Filter nur dann, wenn der Hersteller genau dieses Filterelement ausdrücklich als waschbar kennzeichnet.
- Verwenden Sie einen passgenauen Ersatzfilter, damit möglichst wenig Luft am Filter vorbeiströmt.
- Bewerten Sie eine Filteranzeige als Hilfsmittel; viele Geräte berechnen den Wechselzeitpunkt anhand der Betriebsstunden und messen die reale Beladung nicht direkt.
Wie stark Herstellerangaben zur Lebensdauer voneinander abweichen und welche Faktoren die tatsächliche Nutzungszeit beeinflussen, erläutern wir im Ratgeber zur Lebensdauer von Luftreiniger-Filtern .
Ersatzfilter für das passende Gerät
In der Kategorie Filter für Luftreiniger finden Sie gerätespezifische Filtersets und Ersatzfilter. Vergleichen Sie vor der Bestellung immer Modellbezeichnung und Artikelnummer.
Fazit: Welche Filterklasse ist die richtige?
EPA, HEPA und ULPA beschreiben klar definierte Leistungsgruppen – sie ersetzen aber nicht die Bewertung des vollständigen Luftreinigers. E12 kann in einem gut konstruierten Gerät eine leistungsfähige Lösung sein, H13 und H14 bieten niedrigere zulässige Penetrationswerte, und ULPA ist vor allem für spezialisierte Reinluftanwendungen vorgesehen.
Für die Raumluftreinigung sollten Sie neben der Filterklasse vor allem CADR, Filterabdichtung, Lautstärke, Laufzeit und Ersatzfilterkosten berücksichtigen. Eine höhere Zahl auf dem Filter ist nur dann ein Vorteil, wenn das gesamte Gerät die Luft weiterhin in ausreichender Menge und ohne relevante Leckagen durch das Filtermedium führt.
Luftreiniger für unterschiedliche Anforderungen
Einen Überblick über aktuell verfügbare Geräte finden Sie in der Kategorie Luftreiniger .
Quellen und redaktionelle Prüfung
Für die technische Überarbeitung wurden insbesondere die aktuelle DIN-EN-1822-Ausgabe, der im September 2026 vorliegende Normentwurf sowie institutionelle Informationen zur Funktionsweise und Anwendung von HEPA-Filtern herangezogen.
Häufig gestellte Fragen zu EPA-, HEPA- und ULPA-Filtern
Was ist ein HEPA-Filter?
Ein HEPA-Filter ist ein hocheffizienter Partikelfilter der Klassen H13 oder H14 nach DIN EN 1822. Er scheidet luftgetragene Partikel durch das Zusammenspiel von Interzeption, Impaktion und Diffusion ab.
Was ist der Unterschied zwischen EPA und HEPA?
EPA umfasst die Klassen E10 bis E12, HEPA die Klassen H13 und H14. HEPA-Filter haben eine geringere zulässige Penetration an der MPPS und werden zusätzlich anhand lokaler Werte beziehungsweise auf Leckagen geprüft.
Ist E12 ein HEPA-Filter?
Nein. Nach DIN EN 1822 gehört E12 zur EPA-Gruppe. Der Filter erreicht einen integralen Mindestabscheidegrad von 99,5 % an der MPPS, darf technisch aber nicht als H13- oder H14-HEPA-Filter eingeordnet werden.
Ist H14 immer besser als H13?
H14 hat eine geringere zulässige Penetration als H13. Für einen Luftreiniger ist H14 aber nur dann praktisch überlegen, wenn Ventilator, Filterfläche, Abdichtung und Luftstrom auf den höheren Abscheidegrad abgestimmt sind.
Was bedeutet MPPS?
MPPS bedeutet „Most Penetrating Particle Size“. Es ist der Partikelgrößenbereich, in dem ein konkretes Filtermedium seine niedrigste Abscheideleistung zeigt. Die Filterklasse wird an diesem ungünstigsten Bereich bewertet.
Ist ein ULPA-Filter für eine Wohnung sinnvoll?
Für typische Wohnräume ist ein ULPA-Filter meist nicht erforderlich. Wichtiger sind ein ausreichend hoher CADR, eine gute Abdichtung, akzeptable Lautstärke und eine zur Raumgröße passende Luftleistung.
Kann ein HEPA-Filter Viren filtern?
HEPA-Filter können virushaltige Aerosolpartikel aus dem Luftstrom abscheiden. Sie inaktivieren die Viren dadurch jedoch nicht automatisch, und ein Luftreiniger ersetzt keine notwendige Frischluftzufuhr.
Warum ist der CADR trotz hoher Filterklasse wichtig?
Der CADR beschreibt, wie viel gereinigte Luft das vollständige Gerät pro Zeit bereitstellt. Eine hohe Filterklasse allein senkt die Partikelkonzentration im Raum nicht schnell, wenn zu wenig Luft durch das Filtersystem strömt.
Wie oft muss ein HEPA-Filter gewechselt werden?
Das Wechselintervall hängt vom Gerät, von der Filterfläche, der Betriebsdauer und der Partikelbelastung ab. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers und der tatsächliche Zustand des Filters.